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Siegel in Stuttgart-Zuffenhausen KohlenHolzHeizölPropangas


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Firmengeschichte

Siegel

Kohlen • Holz • Heizöl • Propangas

– ein Abriss der Firmengeschichte –


Seit 1899 existiert der Familienbetrieb Siegel in der Beilsteiner Straße in Zuffenhausen. Grund genug, ein wenig in der Geschichte des traditionsreichen Kohlen- und Heizölunternehmens zu schmökern und die wichtigsten Ereignisse Revue passieren zu lassen.

Eberhardstraße 11
Eberhardstraße 11

Schon früh einen Namen gemacht 

Als durch den Erlaß seiner Majestät König Wilhelm II von Württemberg am 23. April 1907 die Dorfgemeinde Zuffenhausen zur Stadt erhoben wurde, war die Holz- und Kohlehandlung in der noch damaligen Eberhard Straße für viele Zuffenhäuser schon längst ein Begriff geworden. Und so war es denn auch nicht verwunderlich, dass Christof Siegel am großen Festumzug anläßlich der Stadterhebung mit seinem toll geschmückten Fuhrwerk teilnahm.

Anzeiger von Zuffenhausen vom 13. Januar 1900
Anzeiger von Zuffenhausen vom 13. Januar 1900

Bereits acht Jahre zuvor hatte der Jungunternehmer die seit einigen Jahren bestehende Holz- und Kohlenhandlung von Fr. Schäfer übernommen. Dabei stand von Beginn an außer Frage, dass sich die Firma, die Christof Siegel zusätzlich neben einer kleinen Landwirtschaft betrieb, nur dann gegen die bereits bestehende Zuffenhäuser Konkurrenz durchsetzen könne, wenn Engagement und Fleiß den Arbeitsalltag bestimmen würden.

Gesagt getan: Obwohl Christof Siegel zu jener Zeit nur ein einspänniges Pferdefuhrwerk zur Verfügung hatte, setzte er alles daran, seinen Kunden ein möglichst vielfältiges Angebot zu unterbreiten. So konnten bei ihm neben verschiedenen Kohlearten von Ruhr und Saar auch – für damalige Verhältnisse – so kuriose Dinge wie Bügelkohlen und Holzbriketts bestellt werden.

Zeitungsanzeige von 1900
Zeitungsanzeige von 1900

Dabei war es nicht immer einfach, die Kunden mit ihren Wünschen zufrieden zu stellen. Weil die heimischen Wälder anscheinend nicht mehr in der Lage waren, die ständig wachsende Bevölkerung in ausreichendem Maße mit Brennholz zu versorgen, musste hochwertiges Brennholz, wie beispielsweise das Heidenheimer Buchenholz, per Bahn mühsam nach Zuffenhausen gebracht werden.

Familie Christof Siegel ca. 1903
Familie Christof Siegel ca. 1903

Um das Brennholz vor Ort aufarbeiten zu können, wurde schon im Jahre 1904 bei der Feuerbacher Firma Krumrein & Katz eine Bandsägemaschine mit elektrischem Antrieb gekauft.

Rechnung der Bandsäge
Rechnung der Bandsäge

Ein schwarzer Tag in der Geschichte 

Fast auf den Tag genau, zwei Jahre nachdem Zuffenhausen zur Stadt erhoben wurde, verstarb Christof Siegel am 24. April 1909 im Alter von nur 43 Jahren an einer Lungenentzündung. Dieser Tag war einer der schwärzesten in der Geschichte des Familienunternehmens. Um den Lebensunterhalt für sich und die noch vier schulpflichtigen Kinder bestreiten zu können, blieb der Witwe Friederike Siegel nichts anderes übrig, als das kleine Unternehmen weiterzuführen. Eine Aufgabe, die sich wahrlich nicht immer einfach gestalten sollte. Doch durch die Mithilfe des Knechts, einiger Nachbarn und der Kinder hielt sich die Familie mehr schlecht den recht über Wasser. Diese Übergangslösung sollte so lange anhalten, bis Sohn Christof jr. die Nachfolge seines Vaters übernehmen konnte.

Doch wie das Leben so spielt: Als 1914 der erste Weltkrieg ausbrach, wurde auch Christof jr. zum Militärdienst eingezogen. Zwei Jahre später folgte ihm sein jüngerer Bruder Paul nach. Doch während Paul die Kriegswirren überlebte, mußte Christof jr. sein Leben in Flandern lassen. Wieder musste die Familie ein großes Opfer bringen.

Ein Kleinlastwagen mit Elektromotor

1922 trat schließlich Paul Siegel in den elterlichen Betrieb ein. Um die Kunden schneller beliefern zu können, wurde ein Kleinlastwagen mit Elektromotor angeschafft, der allerdings schon wenige Jahre später durch den leistungsfähigeren Opel-Blitz abgelöst wurde. Dieser tat bis Kriegsende seinen Dienst.

Paul Siegel mit dem kleinen Gerhard
Paul Siegel mit dem kleinen Gerhard

Als Paul Siegel im Jahre 1935 das Geschäft übernahm war Zuffenhausen bereits vier Jahre lang Stadtteil von Stuttgart. Dieser Schritt löste zu jener Zeit einen gewaltigen Bauboom aus, der sich natürlich auch nachhaltig bei den Kohlenhändlern bemerkbar machte. Dieser Boom führte sogar so weit, dass sich allein in Zuffenhausen bisweilen zehn Kohlehandlungen um die Gunst der Kundschaft bemühten. Eine Entwicklung allerdings, die sich langfristig gesehen eher negativ auf die Betriebe auswirkte. Denn durch die Vielzahl der Anbieter konnten sich leistungsfähige Betriebe nicht in dem Maße entwickeln, wie man ursprünglich angenommen hatte.

Preisliste 1. Mai 1939
Preisliste 1. Mai 1939

1945 kam die Brennstofflieferung zum Erliegen

Als 1939 der zweite Weltkrieg ausbrach, wurde die Versorgung der Bevölkerung mit Brennmaterial immer schwieriger und kam 1945 praktisch ganz zum Erliegen. In dieser, für die Unternehmensfamilie Siegel schwierigen Situation, stand Paul der Firma nur selten zur Verfügung. Der Grund: Durch seine langjährige Tätigkeit bei der freiwilligen Feuerwehr Abteilung Zuffenhausen, wurde er beim Sicherheits- und Hilfsdienst Stuttgart (SHD) dienstverpflichtet und als Zugführer und Fahrer eingesetzt. Doch Dank des großen Engagements seiner Frau Mina Siegel, lief der Betrieb auch in jener Zeit weiter und es gelang ihr die Versorgung der Kunden mit allem was brennbar war, aufrecht zu erhalten. Das war nicht einfach, erwiesen sich doch gerade in den Kriegsjahren die Winter als besonders hartnäckig. Kohle für den Privathaushalt war knapp geworden und lediglich auf „Kohlenkarten“ zu erhalten. Doch auch als der Krieg vorbei war, änderte sich kaum etwas an der Situation. Die Bewirtschaftung für Brennmaterial ging noch bis Anfang der 50er Jahre weiter.

Feuerwehrmann Paul Siegel
Feuerwehrmann Paul Siegel

Holzeinschlagaktion auf der Schwäbischen Alb 

1946 und 1947 beschloß die Stuttgarter Stadtverwaltung, dass sich sämtliche Stuttgarter Kohlenhändler an einer Holzeinschlagaktion auf der Schwäbischen Alb beteiligen müssen. Damit erhoffte man sich, die für den bevorstehenden Winter erwartete Heiznot wenigstens einigermaßen lindern zu können. Da fast alle Brennholz-Sägemaschinen in Zuffenhausen durch die Kriegseinwirkungen zerstört waren, war die Siegel´sche Bandsäge zeitweise im Zwei-Schichten-Dienst Tag und Nacht im Einsatz. Trotzdem blieb auch in diesem Winter für viele der Wunsch nach einem warmen Zimmer unerfüllt.

Gerhard, Mina und Paul Siegel 1952
Gerhard, Mina und Paul Siegel 1952

Neue Kunden in der Rotweg-Siedlung 

Erst 1951 besserte sich die Situation merklich, die Bewirtschaftung wurde abgeschafft und der Handel florierte wieder. Durch den Bau der Siedlung am Rotweg, in der viele Vertriebene eine neue Heimat fanden, gewann auch das Unternehmen von Paul Siegel recht schnell neue Kunden. Da zu jener Zeit jedoch noch keine Straßen und Wege in die Siedlung führten, war die Anlieferung der Kohlen meist nur unter äußerst schwierigen Bedingungen möglich.

In dieser Phase des Aufbaus ereilte die Familie Siegel erneut eine Hiobsbotschaft. Der Firmeninhaber Paul Siegel erkrankte schwer und verstarb schließlich im Oktober des Jahres 1953. Wieder war seine Ehefrau alleine auf sich gestellt, zumal Sohn Gerhard gerade erst mit seiner Lehre als Kohlenkaufmann begonnen hatte. Während seiner Lehrzeit führte Mina Siegel mehr als drei Jahre in aufopferungsvoller Weise das Unternehmen weiter.

Kohlenschuppen und Helfer
Kohlenschuppen und Helfer

Umbruch im Brennstoffhandel 

Als Gerhard Siegel 1957 schließlich in den Betrieb eintrat, war bereits ein großer Umbruch im Brennstoffhandel vollzogen. Heizöl hieß fortan das neue Zauberwort, dessen immense Bedeutung für die Zukunft auch im Hause Siegel früh erkannt wurde. Und so konnte bereits 1954 dessen Vertrieb – zuerst in Kanistern für die Ofenheizung, später mit dem Tankwagen einer befreundeten Großhandlung – aufgenommen werden.

Um weiter in der Gunst der Kundschaft bestehen zu können, musste der Betrieb in der Beilsteiner Straße jedoch dringend rationalisiert werden. Ein Lkw-Kipper sowie ein Förderband waren wichtige Anschaffungen, die das Siegel´sche Unternehmen zur ersten Kohlehandlung in der näheren Umgebung machten, dass die Kohlen in Selbstentladewagen der Bundesbahn beziehen konnte. Was vorher zwei Männern nur in mühevoller Schwerstarbeit an einem Tag gelang, konnte nun ein Arbeiter in nur wenigen Stunden erledigen: Das entladen eines Eisenbahnwagens.

Eisenbahnwaggon - Entladung
Eisenbahnwaggon – Entladung

1961 konnte Gerhard Siegel schließlich einen Aufsatztank für den vorhandenen Lkw erwerben, so dass man bei der Belieferung der Kunden mit Heizöl ebenfalls unabhängig wurde.

Der Winter 1962/63 erwies sich als der Kälteste überhaupt in diesem Jahrhundert. Selbst der Bodensee, der Rhein und der Neckar waren mit einer dicken Eisschicht überzogen. Die Nachfrage nach Kohlen und Heizöl war kaum zu bewältigen, zumal der Nachschub durch die schlechten Wetterbedingungen erheblich behindert wurde. Für kurze Zeit konnte deshalb – wie in Kriegs- und Nachkriegszeiten auch – Brennmaterial nur in kleinen Mengen verteilt werden.

Aufsetz-Tankwagen 1971-1979 - Karin und Gerhard
Aufsetz-Tankwagen 1971-1979 – Karin und Gerhard

Karin Siegel - d i e Ansprechpartnerin 

Zehn Jahre später, 1972, trat die Ehefrau von Gerhard Siegel, Karin, in den Familienbetrieb ein. Durch ihre Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau, ist sie längst zu der Ansprechpartnerin für sämtlich Kunden und deren Wünsche geworden.

Aufgrund der sich abzeichnenden unsicheren Verhältnisse auf dem Welt-Ölmarkt entschlossen sich Karin und Gerhard Siegel Anfang der Siebziger Jahre, einen Liefer- und Abnahmevertrag mit der AGIP-Deutschland AG abzuschließen. Dieser hat sich mittlerweile bestens bewährt – besonders aber in den „Ölkrisen“ 1973 und 1979. Dank des Vertrages war es der Firma Siegel zu jener Zeit möglich, die Kunden überdurchschnittlich gut und oft wesentlich preiswerter als branchenüblich zu beliefern.

1979 schaffte man sich erneut einen größeren Tankwagen an, um gegenüber der Konkurrenz noch leistungsfähiger zu sein.

Tankwagen 1979-1993
Tankwagen 1979-1993

Lagerplatz mit Gleisanschluß

Sechs Jahre später ging ein weiterer Wunschtraum in Erfüllung. Nach jahrelangen zähen Verhandlungen mit der Deutschen Bundesbahn war es endlich gelungen, am Bahnhof in Zuffenhausen einen Lagerplatz mit Gleisanschluß zu erhalten, auf dem bald eine Lagerhalle für Kohlen und Holz gebaut wurde. Das Entladen der mit Kohlen von deutschen Zechen beladenen Waggons war fortan fast ein Kinderspiel. Spätestens nach zwei Stunden war die Ware sauber und trocken gelagert.

Die Seniorchefin Mina Siegel schied mit 84 Jahren alters- und gesundheitshalber aus der Firma aus und verstarb schließlich 1987. Über 50 Jahre, in denen persönliche, politische und wirtschaftliche Probleme das Unternehmen immer wieder auf die Probe stellten, war sie unermüdlich tätig und galt als „Seele“ des Betriebs.

Gerhard Siegel, die dritte Generation

Seit ihrem Tod ist Gerhard Siegel Firmeninhaber. Er war es auch, der 1993 ein neues, größeres und speziell für die Firma entwickeltes Tankfahrzeug kaufte. Dieser Tankwagen mit dem Kennzeichen S-CS 1899 ist mit sämtlichen technischen Raffinessen ausgestattet und ist eines der modernsten Lieferfahrzeuge für Heizöl überhaupt. Ein moderner Rechner ermöglicht zum Beispiel, dass der Kunde sofort nach der Befüllung seines Tankes, die Rechnung gleich vor Ort ausgedruckt bekommt.

Tankwagen 1993-2007
Tankwagen 1993-2007

Die Zukunft liegt in der Hand von Thomas 

Im selben Jahr, am 1. Juli 1993, trat mit Sohn Thomas vorerst die letzte Siegel-Generation in den heute 100-jährigen Familienbetrieb ein. Sein jüngerer Bruder Markus hat sich zwar für den Beruf des Telekommunikationselektroniker entschieden, hilft aber, wenn Not am Mann ist, aus. Der 27-jährige Thomas steht dagegen täglich – lediglich durch den einjährigen Wehrdienst unterbrochen – seinem Vater mit Rat und Tat zur Seite. In seinen Händen wird auch die weitere Zukunft des traditionsreichen Unternehmens liegen.

Susanne Degel (1999)

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Weitere 25 Jahre

Im letzten viertel Jahrhundert hat das Familienunternehmen erfolgreich die Jahrtausendwende mit dem befürchteten Computercrash und die Einführung des Euro 2002 gemeistert. Aufgrund der Umweltschutzauflagen in den Städten haben sich Gerhard und Thomas frühzeitig für die Anschaffung eines Tankwagens mit weniger Emissionen entschieden. Seit 2007 konnte man damit zuverlässig die Kundschaft auch während der Bankenkrise, der COVID-19-Lockdowns und dem leider noch andauernden Ukrainekrieg mit Heizöl versorgen. Wegen der Feinstaubproblematik hat man sich dann auch schweren Herzens von der Brennholzsparte mit Ofen-, Kaminholz sowie Holzpellets getrennt.

Durch die Krankheit von Gerhard Siegel vertiefte sich Thomas immer mehr in die Geschäftsführung bis er dann im Jahr 2022 in der vierten Generation die Firma SIEGEL übernahm. Weiterhin unterstützt durch die Erfahrung der Mutter und mit Hilfe seine Frau möchte er seinen Vorfahren gerecht werden und der Kundschaft den Wunsch nach wohliger Wärme erfüllen.

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